„Rummel im Plänterwald“ – Das neue Buch über Berlins fast vergessenen Freizeitpark

Veröffentlicht am 23. September 2018

Eine Zeitreise: Vom Aufstieg bis zum Niedergang des Berliner Freizeitparks

Allgemeine Informationen über den Spreepark Plänterwald

Rechtzeitig vor der Wiedereröffnung des Spreeparks erscheint im Büchner-Verlag eine opulente Chronik zur Geschichte des Rummels im Plänterwald. Der vollfarbige Bildband versammelt eine Fülle an Fotos, Anekdoten, Insiderwissen und teils noch nie veröffentlichten Dokumenten zu einer fast vergessenen Berliner Institution.

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VEB Kul­tur­park Ber­lin (1969 – 1991)

Der Kulturpark in den 70er Jahren

Foto: Joachim Meier, Kulturpark, 70er Jahre, Achterbahn

Der Rum­mel­platz im Plän­ter­wald wurde am 04. Okto­ber 1969 als „VEB Kul­tur­park“ eröff­net. Er war der ein­zige stän­dige Rum­mel­platz in der DDR. Das Ange­bot zu DDR-Zeiten umfasste neben zahl­rei­chen Fahr­ge­schäf­ten auch Kon­zerte, Tanz­ver­an­stal­tun­gen und Kin­der­un­ter­hal­tung. Mit der Wie­der­ver­ei­ni­gung fällt der Kul­tur­park in die Zustän­dig­keit des Ber­li­ner Kul­tur­se­nats, wel­cher den Rum­mel­platz als moder­nen Frei­zeit­park erhal­ten möchte und im Rah­men einer öffent­li­chen Aus­schrei­bung eine pri­vate Betrei­ber­ge­sell­schaft sucht. Von sie­ben Bewer­bern erhält die „Spree­park GmbH“, ver­tre­ten von Frau Pia Witte, den Zuschlag.

Spree­park Plän­ter­wald (1992 – 2001)

Berliner Spreepark

Foto: Berliner Spreepark

1992 eröff­nete der Spree­park im Plän­ter­wald. Allein bis 1997 wur­den 40 Mil­lio­nen DM in die Umge­stal­tung des Parks inves­tiert. Als neue Attrak­tio­nen wur­den zuerst das Kaffeetassen-Karussell und das Zir­kus­zelt auf­ge­baut. Bald folg­ten die Schiffs­schau­kel „Pirat“, die Fami­li­e­n­ach­ter­bahn „Spree-Blitz“, die Loo­ping­bahn „Mega-Looping“ und die Wild­was­ser­bahn „Grand Can­yon“. Aus dem gro­ßen Beton­platz rund ums Rie­sen­rad ent­stand ein gro­ßer See mit Kanal­fahrt und Amphi­thea­ter. Erst nach die­sen Umbau­ten ent­schied die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt, dass der Plän­ter­wald unter Land­schafts­schutz gestellt wer­den solle. Somit ent­fie­len dem Spree­park über Nacht circa 8,5 von vor­mals 28,5 ha wirt­schaft­lich wich­tige Nutz­flä­che und sämt­li­che Besu­cher­park­plätze. Nach­dem jähr­lich die Besu­cher­zah­len zurück­gin­gen, gab die Spree­park GmbH 2001 auf und kün­digte den Erb­pacht­ver­trag und alle damit ver­bun­de­nen Ver­pflich­tun­gen. Sie sahen den Ver­such, den ehe­ma­li­gen VEB Kul­tur­park in einen Frei­zeit­park moder­ner Prä­gung umzu­ge­stal­ten, als end­gül­tig geschei­tert an. In ihrer Begrün­dung schrie­ben sie, es sei nie vor­ge­se­hen gewe­sen, den Plän­ter­wald zum Land­schafts­schutz­ge­biet umzu­wan­deln. Der Lie­gen­schafts­fonds wies die Vor­würfe aus dem Kün­di­gungs­schrei­ben zurück und akzep­tierte die Ver­trags­kün­di­gung von Sei­ten der Spree­park GmbH nicht, wor­auf­hin diese Insol­venz anmel­dete und das Betriebs­grund­stück räumte. Fami­lie Witte, die Betrei­ber des Spree­parks, beschloss mit sechs Fahr­ge­schäf­ten nach Peru zu reisen.

„Rummel im Plänterwald“ – Das neue Buch über Berlins fast vergessenen Freizeitpark

Am 4. Oktober 1969 wurde der »VEB Kulturpark Berlin« als einziger ständiger Rummelplatz der DDR eröffnet. Nach der Wende wurde er privatisiert, modernisiert und als Freizeitpark »Spreepark Plänterwald« weitergeführt. Nach jahrelangen Versuchen, den Park zu retten, musste er am 4. November 2001 seine Tore schließen. Die meisten Attraktionen stehen noch heute im Park: das 45 Meter hohe Riesenrad dreht sich quietschend im Wind, durch die Schienen der Parkbahn wachsen Bäume, in den Pfeilern der Achterbahn nisten Vögel. Als poetischer Ort des Verfalls ist der Park in den letzten Jahren auch zum begehrten Drehort für Foto- und Film­aufnahmen geworden ist (Hollywood-Film »Wer ist Hanna?«, die deutschen Serien- und Filmproduktionen »GZSZ«, »Anna und die Liebe«, »Löwenzahn« sowie »Tatort Berlin« u. a.).

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Das dreiköpfige Autorenteam zeichnet nicht nur die Geschichte dieses berühmtesten Berliner Lost Places nach, sondern beleuchtet auch seine anhaltende Faszinationskraft. Zu diesen Autorenteam gehört unter anderem Spreepark-Experte Christopher Flade. Von 2008 bis 2014 führte er durch Berlins verlassenen Freizeitpark, den Spreepark im Plänterwald. Wir selbst, die Redaktion von Freizeitparkinfos.de waren mehrfach bei den Führungen dabei und schätzten genau wie die anderen Besucher seine lockere, informative und unterhaltsame Art.

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