DVD-Kritik: Rummel im Plänterwald – Kulturpark – Spreepark – Lost Place

Veröffentlicht am 28. November 2014

Seinen Platz in den jährlichen Bilderstrecken mit den schönsten vergessenen Plätzen in Deutschland hat der inzwischen stillgelegte Spreepark schon lange sicher. Kein Wunder, nur wenige können sich der Faszination eines Ortes erwehren, den sich die Natur schon längst zurückgeholt hat, man diesen gedanklich aber immer noch mit viel Trubel und glücklichen Menschenmengen verbindet. Besonders in den Bann gezogen hat der Park Christopher Flade. Er selbst bezeichnet sich als einer der letzten Angestellten des Freizeitparks und gab bis zu diesem Jahr noch regelmäßige Führungen im Spreepark. Mit seiner Dokumentation „Rummel im Plänterwald – Kulturpark – Spreepark – Lost Place“ kann man sich nun etwas Nostalgie und glückliche Erinnerungen auf den heimischen Bildschirm holen.

Das es sich bei der Dokumentation „Rummel im Plänterwald“ um ein Fan-Projekt handelt, das wird gleich schon von Beginn an klar. Zum einen, weil Christopher Flade selbst gleich am Anfang der Dokumentation darauf hinweist, zum anderen aber auch, weil dieser Hinweise an einer stark befahrenen Straße mit lauten Hintergrundgeräusche erfolgt. Leider zeigt sich schon hier, dass Flade mehr Spreepark-Experte, als Filmemacher ist. Aber das macht nichts, denn schon wenige Minuten später kann er das zeigen, warum vor allem für Freizeitpark-Fans die Dokumentation ein absoluter Muss ist.

In lockerer und informativer Weise führt Flade den Zuschauer durch den verlassenen Park. In fast zweieinhalb Stunden streift man so von Attraktion zu Attraktion und erhält zahlreiche Informationen und nette Anekdoten. Unterlegt werden die informativen Fakten, die von Flade vorgetragen werden, durch Bilder und Original-Aufnahmen aus der Zeit, als der Park noch geöffnet war. So hat man immer den Kontrast zwischen der Vergangenheit und der Wirklichkeit – den Attraktionen in Betrieb, voller Besucher und den inzwischen verfallenen, von Vandalen beschädigt und verunstalteten Attraktionen, überwuchert von der Natur. Dies hat durchaus seinen Reiz und verleiht der Dokumentation eine gewisse Tiefe.

Wer nach den circa 150 Minuten auf der Haupt-DVD immer noch nicht genug vom Spreepark hat, für den bietet die Zusatz-DVD noch allerlei Schmankerl. Von Archivaufnahmen, über die Baustellendokumentation, Aufnahmen von der Fahrt mit der Parkbahn, bis hin zu zahlreichen Interviews mit der ehemaligen Besitzerin des Parks Pia Witte, dem Sicherheitsbeauftragten Kulturpark oder auch ehemalige Artisten und Stuntmans, die im Spreepark aufgetreten sind.
Mehr Wissen zum Spreepark in Berlin, als Christopher Flade, besitzt wohl keiner. Damit ist die DVD „Rummel im Plänterwald – Kulturpark Spreepark – Lost Place“ ein absolutes Muss für jeden Freizeitpark-Fan. Aber auch für alle Berliner, bzw. allgemein für ehemalige Spreepark-Besucher, bietet die DVD spannende Einblicke und den ein oder anderen nostalgischen Moment.

Erhältlich ist die DVD für rund 15 Euro auf der Website von Philipp Messinger, der der zweite Kopf hinter diesem Fan-Projekt ist. Wer allgemein mehr über den Spreepark erfahren möchte, der sollte unbedingt auf Christopher Flades Fanseite http://www.berliner-spreepark.de/ vorbei schauen.

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